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tl;dr: In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Auswirkungen die Änderung des Preismodells der Google Maps Platform auf deine Website haben können, wie du dir ausrechnen kannst, ob dieser Service auch weiterhin kostenlos bleibt und welche Schritte du zeitnah setzen solltest.
Letztes Update: 10. Dezember 2024
Lesezeit: ca. 5-7 Minuten
Wenn du einen Google Cloud Account bzw. Google Maps Platform Account hast, dann hast du Anfang Dezember 2024 vermutlich eine E-Mail mit dem Titel „[Important Notification] Changes to Google Maps Platform pricing discounts, monthly credit and services transitioning to Legacy status“ erhalten. In diesem Artikel erklären wir, was dies konkret für dich und deine Accounts bedeutet und was du ggf. bis Ende Februar 2025 ändern musst.
Google Map mit API-Key einbinden
Wenn du keine komplexen Anwendungen oder Services auf deiner Website eingebunden hast bzw. anbietest, die auf eine spezifische Google Maps API zurückgreift, dann hast du vermutlich bloß irgendwo eine Landkarte mit deiner Unternehmensadresse eingebunden, beispielsweise auf deiner Kontakt-Seite. So wie dies auf der Kontaktseite von MONOBUNT der Fall ist.

Diese Einbindung funktioniert bereits seit vielen Jahren nur mehr dann, wenn du:
(1) Einen Google Cloud Account hast,
(2) Dort Kreditkartendaten hinterlegt hast und anschließend
(3) Die relevanten Maps APIs aktiviert hast. Gewöhnlich reichen hier die Maps JavaScript API sowie optional die Geocoding API, die Places API und die Directions API.
Durch die (4) Erstellung eines API-Keys (den du auch einschränken kannst, z.B. nur auf eine bestimmte Domain oder Unterseite) kannst du die gewünschte Google Map in weiterer Folge dann auch mit einem externen Tool oder Sitebuilder einbinden. Wir haben in der Vergangenheit auch einen Blogartikel darüber geschrieben, wie man einen solchen Google Maps API Key erzeugt. Abgesehen davon bietet die Google Maps Platform auch eine Kurzanleitung dazu an.
Nutzung des Google Maps Platform Guthaben
Bisher bekam man mit der Erstellung eines neuen Google Cloud Accounts (1) ein Startguthaben von 300 USD von Google. Dieses (zeitlich begrenzte) Guthaben konnte und kann man für die Verwendung verschiedenster APIs nutzen. Mit Stand Dezember 2024 sind es 474 verschiedene APIs aus Kategorien wie Big Data, Computing, Werbung, Montoring uvm..
Zusätzlich bekommt man bei der Erstellung eines Google Cloud Accounts jedoch auch ein monatliches Guthaben von 200 USD für die Google Maps Platform. Dieses Guthaben konnte bzw. kann man explizit für die APIs aus der Kategorie „Maps“ verwenden. Darunter fällt auch die zuvor beschriebene Maps JavaScript API.

Eine Übersicht über alle APIs (siehe vorheriger Screenshot) findet man, wenn man im eigenen Google Cloud Account in den Bereich „APIs und Dienste“ geht und anschließend nach „Maps“ filtert. Die APIs sind auf der Seite grundsätzlich nach der Beliebtheit geordnet. Die populärste API ist die „Maps Embed API„. Hier kann man durch Eingabe einer Adresse einen HTML-Code generieren, den man anschließend auf der eigenen Website einbinden kann.
Doch um auf die Maps JavaScript API zurückzukommen. Wenn man nicht übermäßig viele Nutzer auf der Website hat oder spezielle APIs verwendet, war die Verwendung von Google Maps sozusagen kostenlos (bzw. besser gesagt durch das monatliche 200 USD-Guthaben gedeckt).
Konkret kosten aktuell die ersten 100.000 Aufrufe der Maps JavaScript API jeweils 0,007 USD. Bei 7 USD für 1.000 Aufrufe sind daher knapp 28.500 Aufrufe im Monat kostenlos. Durch Nutzerinteraktionen mit der Karte, z. B. Zoomen oder Wechseln von Kartenebenen, werden keine zusätzlichen API-Calls generiert.
Neues Preismodell von Google ab 1.3.
Wie Google nicht nur per E-Mail, sondern auch im Unternehmensblog ankündigte, wird dieses bisherige Abrechnungsmodell ab 1. März 2025 in den Ruhestand geschickt. Stattdessen wird es innerhalb der Google Maps Platform drei verschiedene Levels namens Essential, Pro und Enterprise geben.
Die gängigsten APIs (wie z.B. die oben gezeigte Embed API) fallen dabei unter die erste Stufe. Komplexere APIs fallen in Zukunft unter die beiden höheren Stufen, wobei die APIs aus der Enterprise-Stufe im Normallfall für die wenigsten Website-Betreiber:innen relevant sein werden.
Innerhalb der Levels wird es auch vereinzelte APIs geben, deren Nutzung unlimitiert ist (und daher auch keine Kosten verursachen). Darunter fallen erneut die Embed (Advanced) API oder die Places API Text Search. Alle anderen APIs (egal, ob auf welchem Level) verursachen in Zukunft ab einer gewissen Anzahl von API-Calls monatliche Kosten auf Nutzungsbasis.
Auswirkung auf die monatlichen Kosten
Google selbst gibt auch Rechenbeispiele, wie das geänderte Modell die Kosten der Kunden negativ oder positiv beeinflussen kann (Anm. wobei wenig überraschend die positiven Beispiele überwiegen).

Die Seite mit den FAQ zu den Änderungen gibt es derzeit (10. Dezember 2024) nur auf Englisch.
Auswirkungen auf die Maps JavaScript API
Die Maps JavaScript API ist auf der neuen Produktübersicht von Google (die es bisher nur in englischer Sprache gibt) nicht mehr unter diesem Namen erkannbar, sondern als „Dynamic Maps (JS)“ verlinkt. Weil das Nutzungsvolumen für diese API nicht unlimitiert ist, bedeutet dies, dass die Verwendung dieser API in Zukunft mit einem monatlichen Nutzungsvolumen von 10.000 API-Requests gedeckelt ist, wenn man im kostenlosen Bereich bleiben will.
Ich verweise hier erneut auf den Pricing Calculator von Google. Bei 20.000 Requests (siehe nachfolgender Screenshot) kommt man auf 70 USD, bei 100.000 bereits auf 630 USD. Wer hier also nicht aufpasst, auf den können ziemlich schnell unerwartete Kosten zukommen.

Welche Schritte sollte ich setzen?
Unsere Empfehlung zum aktuellen Zeitpunkt ist, dass du die Nutzung der Maps JavaScript API (und auch aller anderen APIs) im Auge behältst bzw. die aktuelle Nutzung in deinem Google Cloud Account überprüfst. Diese siehst du nach einem Klick auf das Hamburger-Icon am oberen linken Eck unter „APIs und Dienste“ > „Aktivierte APIs und Dienste“. Dort kannst du den Traffic anschließend auf 30 Tage ändern.
Du liegst (weit) unter diesen 10.000 API-Requests? Gut, dann musst du nichts machen. Wenn dieses Limit allerdings überschritten wird oder du grenzwärtig unterwegs bist, dann kann es durchaus sinnvoll sein, sich die Nutzung einer API auf der eigenen Website zu überlegen, wenn diese keinen echten Mehrwert darstellt oder ein Teil deiner Services ist. Denn ansonsten können unliebsame Kosten auf dich zukommen. Wenn es um die simple Einbindung einer Landkarte geht, kannst du beispielsweise auch zur Embed bzw. Embed Advanced API wechseln.
Dein Feedback ist gefragt
Verwendest du aktuell Google Maps auf deiner Website? Wird sich die Änderung des Modells auf dein Business auswirken? Wir sind auf deine Kommentare und Tipps gespannt. Du kannst uns bei Fragen oder gewünschter Hilfestellung auch gerne unter hallo@monobunt.at oder via Kontaktformular erreichen.

2 Kommentare
Interessante Informationen. Das könnte sicher einige Unternehmen vor Herausforderungen stellen – wenn sie es überhaupt mitbekommen.
Da bin ich ganz bei dir – man bekommt zwar die Infomails von Google, aber was diese konkret für das eigene Projekt bedeuten, da bin ich mir auch relativ sicher, dass es hier unliebsame Überraschungen geben wird.