Vorsicht bei der automatischen Migration auf GA4

Wenn du dich mit Webanalyse beschäftigst, dann ist dir sicher bekannt, dass Universal Analytics (UA) mit 1. Juli 2023 endgültig durch Google Analytics 4 ersetzt wird (wir berichteten bereits auf unserem Blog dazu). Seit der Einführung von GA4 im Oktober 2020 (im Beta-Stadium) versuchte Google immer wieder, Universal Analytics-Nutzer:innen zum vorzeitigen Wechsel anzuregen. Den letzten Unentschlossenen scheint Google die Entscheidung nun abzunehmen: per Mail wurde verkündet, dass Google bestehende Universal Analytics-Properties mit März automatisch migrieren wird. Wieso du die automatische Migration vermeiden und die Konfiguration selbstständig durchführen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Google Analytics 4

(c) Adobe Stock (428685044)

Wer ist von der automatischen Konfiguration betroffen?

Auch wenn du bereits einen Google Analytics 4 Account erstellt hast, bist du nicht zwangsläufig sicher vor der automatischen Migration. Google wird folgende Properties migrieren:

  • Alle Standard Universal Analytics Properties, die in den letzten 12 Monaten Traffic erhalten haben, werden automatisch in Google Analytics 4 migriert – es sei denn, du meldest dich manuell vom Update-Service ab. Wie genau das funktioniert, erfährst du weiter unten im Artikel. Wenn du dich abmelden möchtest, hast du noch bis zum 28. Februar Zeit. Solltest du komplexere Features wie Ziele oder Google Ads verwenden, wird dein Account vermutlich erst Mitte bis Ende März migriert. In diesem Fall hast du mehr Zeit für den Umstieg. Dennoch gilt: je früher, desto besser!
  • Auch UA Properties, für die bereits über den Einrichtungsassistenten eine GA4-Property angelegt wurde, jedoch noch kein vollständiges Setup besteht, sind von der automatischen Konfiguration der fehlenden Einstellungen betroffen. Wenn du die Konfiguration selbst durchführen möchtest, bis März jedoch keine Zeit dafür hast, solltest du dich vom Update abmelden.
  • Wenn du zwar eine Google Analytics 4 Property angelegt, sie jedoch nicht mit deinem Universal Analytics Account verknüpft hast, kann Google die Zusammengehörigkeit nicht erkennen und wird automatisch eine weitere GA4-Property für dich erstellen. Um das zu vermeiden, solltest du deine Properties schleunigst verknüpfen. Das machst du, indem du in deiner Universal Analytics Property den GA4-Einrichtungsassistenten aufrufst und anschließend deine Google Analytics 4-Property angibst.

Wieso ist die automatische Umstellung auf GA4 problematisch?

Automatische Migration hört sich im ersten Moment nicht schlecht an. In der Tat klingt sie sogar nach einem Dienst, der Nutzer:innen Zeit (und potenziell auch Nerven) spart. Warum du dennoch selbst Initiative ergreifen solltest, möchten wir dir anhand folgender Risiken der automatischen Migration erklären:

  • Unordnung im Google Analytics Konto: Bei der automatischen Migration werden alle UA-Konten, die dir zugeordnet werden, einbezogen – auch solche, die du nicht mehr verwendest oder vielleicht sogar schon vergessen hast.
  • Keine Filter: In Universal Analytics konnte man mit Filtern für eine höhere Datenqualität sorgen. Diese Filter gibt es in Google Analytics 4 nicht mehr – das Filtern muss bereits im Google Tag Manager stattfinden.
  • Probleme mit Ereignisnamen: Bei der Umstellung werden Ereignisse aus der UA-Struktur (beispielsweise Action, Category und Label) automatisch in die neue Google Analytics 4-Struktur übertragen. Der Inhalt des Feldes „Action“ wird dabei zum Ereignisnamen gemacht. Dieser Name ist jedoch auf 40 Zeichen begrenzt, wodurch es zu Problemen bei weiteren Implementierungen kommen kann.
  • Privatsphäre: Die bereits angesprochene Problematik der nicht vorhandenen Filter könnte sich auch auf private Informationen auswirken. Während du bei Universal Analytics Filter für vertrauliche Daten wie Namen oder Adressen verwenden konntest, werden diese eventuell auf GA4 nicht richtig übertragen.
  • Komplizierte Migration der Ziele: Google versucht zwar, die Zielvorhaben in Google Analytics 4 zu übersetzen – da jedoch bei GA4 alle Conversions auf Ereignissen beruhen, ist das leichter gesagt als getan. Zudem werden Ziele nur aus der „Default“-Datenansicht übernommen; problematisch, wenn du „Default“ nicht als deine Standardansicht hinterlegt hast.

Wie schalte ich das automatische Update aus?

In nur wenigen Schritten kannst du dich von der automatischen Migration abmelden. Melde dich zunächst in deinem Universal Analytics-Konto an und rufe den Bereich „Verwaltung“ auf. Klicke anschließend auf „Assistent zum Einrichten einer GA4-Property“. Dort findest du die Option „Automatisch Google Analytics 4-Property mit der grundlegenden Konfiguration einrichten“. Schiebe den Schalter nach links, damit keine automatischen Updates eingespielt werden. Geschafft!

Warum sollte ich dennoch auf Google Analytics 4 migrieren?

Abgesehen davon, dass Universal Analytics nur mehr wenige Monate verfügbar ist, bietet Google Analytics 4 einige Vorteile. Mit einem Wechsel profitierst du von:

Bessere Erfassung von Cross-Device-Interaktionen

Anstatt wie UA auf Cookies zu setzen, verwendet GA4 eine neue Tracking-Methode, die auf Ereignissen basiert. Dadurch können Interaktionen von Benutzer:innen auf verschiedenen Geräten verfolgt werden, sofern die Benutzer:innen auf jedem verwendeten Gerät eingeloggt sind. Diese neue Tracking-Methode ist besonders relevant, da die Nutzung mehrerer Geräte zunimmt. Dadurch wird es schwieriger, das Verhalten der Nutzer:innen zu verfolgen.

Datenschutzkonformität

Google Analytics 4 ist besser auf Datenschutz und Compliance ausgelegt und berücksichtigt die sich ändernden Anforderungen von Datenschutzgesetzen. So bietet GA4 beispielsweise eine bessere Kontrolle über die Datenerfassung und ermöglicht es den Nutzer:innen, ihre Zustimmung zur Datenerfassung zu erteilen oder zu widerrufen.

KI-unterstützte Analysen

Google Analytics 4 verwendet künstliche Intelligenz (KI), um bessere Einblicke in das Nutzerverhalten zu bekommen. Mithilfe von KI werden vorgefertigte Berichte und Dashboards erstellt, um durch Verständnis des Nutzerverhaltens Prozesse zu automatisieren.

Einfache Integration mit anderen Google-Tools

GA4 eignet sich hervorragend für die Verwendung mit anderen Google-Tools wie Google Ads, Google Looker Studio, Google Optimize oder Google Tag Manager.

Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit

Die Datenstruktur von Google Analytics 4 ist flexibler und erweiterbarer als jene von Universal Analytics. Ereignisnamen und Parameter können angepasst werden – es ergeben sich mehr Möglichkeiten für die Integration von benutzerdefinierten Daten.

GA4 benutzerdefinierte Ereignisse

Insbesondere in Bezug auf Datenschutz, KI-unterstützte Analysen und Cross-Device-Interaktionen bietet Google Analytics 4 einige wichtige Vorteile gegenüber Universal Analytics. Auch, wenn der Abschied von Universal Analytics schwer fällt: um die besten Ergebnisse zu erzielen, ist ein Umstieg auf GA4 äußerst empfehlenswert.

Fazit

Wenn du nach wie vor Universal Analytics verwendest, solltest du dich ehestmöglich nach einer Alternative umsehen oder mit Google Analytics 4 anfreunden. Wenn du den Google-Analysetools die Treue halten möchtest, empfiehlt es sich aufgrund der genannten Risiken, die Migration deiner Properties selbst durchzuführen.

Du bist dir unsicher, ob Google Analytics 4 die richtige Wahl für dich ist oder hast Fragen zur Migration? Wir bei MONOBUNT sind Expert:innen für Web Analytics und beschäftigen uns seit der Markteinführung mit Google Analytics 4. Gerne beraten wir dich, welche Webanalyse und Tracking-Tools für dein Unternehmen sinnvoll sind. Nimm noch heute mit uns Kontakt auf und bring dein Onlinemarketing auf das nächste Level.

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