Warum ist WordPress Gutenberg so unbeliebt?

Letztes Update: 04. Mai 2023

Eine kleine historische Lektion zu Beginn unseres neuen Blogartikels über WordPress Gutenberg: der Deutsche Johannes Gutenberg gilt als Erfinder des modernen Buchdrucks im 15. Jahrhundert. Er hat damals die herkömmliche Methode der Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) revolutioniert, was auch als Schlüsselelement für die Kulturepoche der Renaissance gilt.

Die Hintergründe von WordPress Gutenberg

Der Codename der Version 5 von WordPress ist mit „Gutenberg“ also ziemlich hochgestochen. Aber was ist WordPress Gutenberg eigentlich? Der Gutenberg Editor ist ein völlig neuer Editor, der in seiner modularen Funktionsweise anderen bekannten PageBuildern ähnelt. Ein Vorteil gegenüber anderen PageBuildern liegt jedoch darin, dass er deutlich schneller ist. Da der Editor auf Blöcken basiert, können ganz ohne HTML und CSS Kenntnisse und ohne zusätzliche Builder Websites erstellt werden.

Gutenberg orientiert sich dabei am Prinzip der WYSIWYG-Editoren. Das bedeutet, man will durch einfache und freie Gestaltung der individuellen Beiträge ein intuitives Nutzungserlebnis für jede:n Anwender:in ermöglichen. Das Plugin für WordPress Gutenberg steht auch bereits seit längerer Zeit in einer Alpha- bzw. Betaversion im Plugin-Verzeichnis zur Verfügung.

Wie auch immer – mit Gutenberg wurde von der WordPress-Mutter Automattic ein Projekt in Angriff genommen, bei dem nicht nur der Content Editor, sondern abgesehen davon auch völlig neue Veröffentlichungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden sollen. Das konkrete Ziel von Version 5 ist es, allen WordPress-Nutzer:innen zu ermöglichen, Ihre Postings wirklich genauso zu gestalten, wie sie sich diese vorstellen – und dies mit nur wenigen Klicks.

Das Vorhaben hinter WordPress Gutenberg

Für die endgültige Version von WordPress 5 sind drei unterschiedliche Stadien geplant. Die erste Stufe zielt auf die Inklusion aller notwendigen Elemente im Editor ab. Diese soll durch die Implementierung der Blöcke für ein völlig neues Nutzererlebnis sorgen. Dabei sind somit Content und dessen Gestaltung die zentralen Elemente.

Die nächsten beiden Schritte sollen dann im Laufe der kommenden Jahren in Angriff genommen werden. Diese haben das Ziel, zuerst von individualisierten Postings zu Templates für die gesamte Homepage und letztendlich zur vollkommenen frei gestaltbaren Website zu führen. Soweit zumindest der aktuelle Plan.

Die Neuerungen bei WP Gutenberg

Zentrales Element hinter dem Vorhaben von WordPress Gutenberg ist der komplett neu gestaltete Editor. In einem ersten Schritt hat man so genannte Blocks bzw. Blöcke eingeführt, die den Usern bei der Erstellung von Inhalten sehr viel Zeit und Mühe ersparen sollen. Denn diese Blöcke ermöglichen es, jegliche Art von Content wunschgemäß sowie intuitiv anzupassen. Und das auch ohne grundlegende Kenntnisse von Programmierung und/oder Webdesign.

Blöcke in WordPress Gutenberg

In der Gutenberg-Experience kann man den neuen Editor auch bereits selber ausprobieren (Screenshot via https://wordpress.org/gutenberg/)

Bis zu WordPress Gutenberg war der standardmäßige WordPress-Editor ein Textfeld, das sich grundsätzlich perfekt zum Schreiben von einfachen Blog-Beträgen anbot. Sobald aber andere Medien (wie z.B. Bilder, Videos oder Tabellen) ins Spiel kamen, wurde den Nutzer:innen allerdings ein Mindestgrad an Fachwissen hinsichtlich Web-Development abverlangt. Für den einfachen Nutzer also eine durchaus komplexe Angelegenheit, bei der Shortcodes, Widgets, HTML, Embeds u.v.m. sowie die Integration dieser Elemente eine Rolle spielten. Mit den Blocks vereint WP Gutenberg nun all diese Elemente und ermöglicht dadurch viele (neue) Gestaltungsmöglichkeiten für die eigene WP-Seite.

Lasset die Spiele beginnen

Will man in Zukunft also einen Blog-Eintrag gestalten, so kann man dies ganz trivial mit einem Spiel mit Bauklötzen vergleichen.

Kinderspielzeug Bauklötze

Öffnet man den Editor zum Erstellen eines neuen Beitrages (bzw. derzeit das Gutenberg Plugin), hat man natürlich zuerst einmal eine leere Seite vor sich. Nach dem Klick auf das „+“-Icon kann man auswählen, welche Art von Block man in den Beitrag hinzufügen möchte.

Auf diese Weise kann man Beitragsüberschriften (in unterschiedlichen Ebenen), einzelne Absätze, Bilder, Videos, Zitate, Aufzählungen und vieles mehr miteinander kombinieren und auch nach Belieben vertauschen, bis diese schließlich auf dem gewünschten Platz sind. Natürlich gibt es aber auch nach wie vor die Möglichkeit, Shortcodes bzw. HTML-Codierungen zu integrieren.

Auf der rechten Seite des Editors kann man zusätzliche Optionen einblenden, mit welchen sich u.a. Schriftfarbe, Hintergrundfarbe, Bildgröße etc. regeln lassen. Die Textgestaltung erinnert an gängige Textverarbeitungsprogramme, jedoch natürlich in komprimierter Form. Man kann aber direkt bei der Eingabe des Textes unterschiedliche Eigenschaften wie Schriftgröße, Textausrichtung, Fett/Kursiv/Unterstrichen usw. festlegen. Zu sämtlichen Blöcken können auch Verlinkungen erstellt werden. Ebenso sind weiterhin zahlreiche Embeds (wie z.B. von Twitter oder YouTube) alleine durch das copy&paste der URL möglich.

Wer noch mehr über den Editor von WordPress Gutenberg erfahren will, bekommt viele hilfreiche Informationen z.B. auf der Website der WP Ninjas.

Gutenberg und die WordPress Community

Wie bereits eingangs erwähnt: sieht man sich die Bewertungen der zahlreichen Gutenberg-Tester an, so lässt sich auch einige Jahre nach der Veröffentlichung nicht wirklich eine Euphorie hinsichtlich der vielen neuen Möglichkeiten wahrnehmen. Nach dem Motto „Warum etwas reparieren, das gar nicht kaputt ist?“ („If it ain’t broken, don’t fix it“) fordern viele User, Gutenberg solle weiterhin nur als (optionales) Plugin beibehalten werden. So bliebe den Fans des ursprünglichen Editors die Freiheit, diesen weiterhin wie gewohnt zu verwenden.

Wenn man sich den Ratings nun aber genauer zuwendet, dann fallen einige Dinge auf:

  • Viele kritische User:innen sind primär der Meinung, dass noch eine Menge Verbesserungen notwendig sind, bevor der Editor salonfähig ist.
  • Auf der Gegenseite sieht man aber auch zahlreiche begeisterte Nutzer:innen, die WordPress mit der Entwicklung auf dem richtigen Weg sehen.

Derzeit überwiegen die negativen Meinungen allerdings noch deutlich. Ob dies eventuell daran liegt, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist und das Feedback hauptsächlich von langjährigen WordPress-Nutzer:innen stammt, wird sich erst in Zukunft herausstellen. Denn durch die einfachere Bedienbarkeit des Editors besteht durchaus die Möglichkeit, dass WordPress viele neue Nutzer:innen gewinnt. Vor allem jene, die zuvor nicht in der Lage gewesen sind, ihre Beiträge nach Belieben zu gestalten.

WordPress by MONOBUNT

Soweit zur Theorie – in der Praxis ist es jedoch auch mit Editors und PageBuildern nicht leicht, eine ansprechende Website zu gestalten. Mit unseren WaaS-Paketen (Website as a Service) erstellen wir deine neue WordPress-Website für dich. Wir übernehmen dabei alle Schritte – von der Domainregistrierung über die Gestaltung des Templates bis hin zu Hosting und Wartung der Seite. Unsere Websites sind natürlich Conversion-optimiert, responsiv und nach den Core Web Vitals (CWW) optimiert. Du möchtest eine maßgeschneiderte Website vom Profi? Gerne erstellen wir dir ein Angebot – für freuen uns auf deine Kontaktaufnahme.

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Ein Kommentar

  1. Der Vergleich mit Johannes Gutenberg ist spannend und macht deutlich, welchen Anspruch WordPress mit dem neuen Editor verfolgt. Besonders die Block-Struktur und die einfache Bedienung klingen vielversprechend. Mich würde interessieren, wie sich Gutenberg langfristig gegenüber klassischen Pagebuildern behauptet und wie flexibel er für komplexe Layouts wirklich ist.

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