Neues Jahr, neues SEO-Glück? Nur wer die eigene SEO-Strategie ständig anpasst, verändert und am Puls der Zeit bleibt, wird weiterhin genügend organischen Traffic für seine Website generieren. Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu, daher schwirren viele Artikel herum, wie sich SEO in 2020 verändern wird.

Doch keiner ist so umfassend und interessant wie jener von Brian Dean. Er ist die one-man-show hinter Backlinko, einem US-amerikanischen SEO-Blog, welcher unter anderem heuer von den Experten von AHREFS zur #1 SEO-Blog-Quelle gewählt wurde. Brian hat in seinem Artikel „The Definitive Guide To SEO in 2020“ eine Liste der acht wichtigsten SEO-Faktoren für 2020 niedergeschrieben.

Diese Liste beruht auf Recherche, vielen verschiedenen Quellenangaben, weiterführenden Links und seiner eigenen Expertise. Ich kann dir die Lektüre dieses Artikels daher nur ans Herz legen. Für unseren MONOBUNT-Blog habe ich allerdings versucht, die Essenz aus dem Artikel herauszuziehen und mit eigenen Worten (und in deutscher Sprache) wiederzugeben. Und los geht’s mit dem ersten Faktor:

Domain Autorität 2.0

Du hast sicher schon oft von Domain Autorität (engl. domain authority) gehört.

Früher hing (sehr) vieles von Links ab. Je mehr (externe und interne) Links zu einem Artikel oder zu einer Seite, desto besser der PageRank und demzufolge die Suchergebnisposition bei Google.

Doch mittlerweile evaluiert Google eine Webseite auch nach dem so genannten E-A-T Prinzip. E steht dabei für Expertise (Sachkenntnis), A für Authoritativeness (Maßgeblichkeit) und T für Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit).

Im deutschsprachigen Google-Artikel „Funktionsweise der Suchalgorithmen“ werden diese Faktoren leicht verändert beschrieben:

E-A-T Prinzip

Hier scheint Google mit dem Schlagwort Sachkenntnis die drei E-A-T Faktoren zusammenzufassen. An dieser Stelle zwei Beispiele dafür: man will keinen medizinischen Artikel von einem Tischler lesen. Oder einen Artikel über Holzverarbeitung von einem Arzt. Sollte logisch sein, aber im Internet gibt es bekanntermaßen viele ExpertInnen-für-eh-alles.

ExpertInnen

Daher solltest du wenn möglich immer ExpertInnen befragen und/oder engagieren. Um die Vertrauenswürdigkeit deines Contents zu steigern, solltest du außerdem immer Quellen (z.B. externe Links) angeben, eine Biographie des Autors hinzufügen (oder auf seine Website verlinken) und (wenn notwendig) auch auf deine AGB hinweisen.

Wie wird man nun aber zum Experten (bzw. zur Expertin)? Wenn du über dich selbst behauptest, dass du eine(r) bist, dann glaubt dir Google nicht. Wenn allerdings mehrere externe Quellen (z.B. Webseiten, Social Media Postings, Videos mit Transkripten) dich auch als Experten (oder Expertin) bezeichnen, dann bist du dies auch für den Google-Algorithmus.

Fokus auf ein Thema

Niemand kann beispielsweise alles über SEO und SEA und Social Media und Copywriting wissen. Je mehr man sich daher (z.B. im eigenen Blog) auf ein singuläres Thema beschränkt, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass man irgendwann die Reputation eines Experten oder einer Expertin bekommt.

Visuelle Suche

Bei der visuellen Suche handelt es sich nicht um die Bildersuche von Google. Sondern um eine Suche durch die Kameralinse des digitalen Devices. Diese wird immer beliebter. Bestimmte Apps wie etwa Google Lens wurden mittlerweile schon über 1 Milliarde Mal verwendet. Die eigentlich unglaubliche Zahl von 36% aller US-AmerikanerInnen haben zumindest schon einmal die visuelle Suche verwendet.

Ich habe mir diesbezüglich die Google App auf mein iPhone heruntergeladen. Wenn das eigene Device mit der Lens-Technologie kompatibel ist, dann hat man neben dem Mikrophon-Icon für die Sprachsuche nun auch ein Icon für die visuelle Suche mit Google Lens.

Google Lens

Wenn ich nun ein Foto eines beliebigen Gegenstands (etwa einer Pflanze) mache, dann vergleicht Google dieses mit allen indexierten Bildern und zeigt mir den Namen dieses Objekts anhand eines Beispiels. Eine solche visuelle Suche gibt es nicht nur bei Google sondern auch für Bing von Microsoft.

Eine visuelle Suche ist besonders nützlich für Einkaufen, Wegbeschreibungen, Sehenswürdigkeiten (wer kennt’s nicht, wenn man in Rom oder Paris wieder einmal nicht weiß, welche Kirche man vor sich hat), Übersetzungen (yep, diese Funktion gibt es z.B. mit der Google Translate App schon seit längerem), Rezepte (wie heißt dieses Gericht das man vor sich hat?) uvm.

Auch für die visuelle Suche gibt es drei entscheidende Faktoren im Bezug auf den eigenen Content:

  • Autorität (Bist du ein Experte?)
  • Aktualität (Wie aktuell ist der Content?)
  • Positionierung auf der Seite.

Zum letzten Punkt: je weiter oben auf deiner Seite sich ein Bild befindet (und daher zentral für den Artikel ist), desto höher wird dies auch von Google priorisiert.

Videos machen bald 80% des Web-Traffics aus

… und trotzdem wollen gemäß HubSpot fast 50% aller Nutzer mehr Videos auf Webseiten haben. Video-Marketing sollte daher ein zentraler Aspekt deiner Marketing-Strategie sein. Auch weil Videos sich immer besser für Suchmaschinen optimieren lassen. Wenn du ein Video auf deiner Website einbindest, solltest du auf folgende drei Faktoren achten:

  1. Strukturiere den Content auf deiner Website. Dies hilft Google dabei, Kontext und Inhalt des Videos besser zu verstehen.
  2. Optimiere dein Video für SEO. Ohne Titel (Keywords!), Beschreibung (Keywords!) und Tags geht gar nichts mehr.
  3. Transkribiere dein Video. Auf die Art und Weise versteht Google jedes einzelne gesprochene Wort.

YouTube Video Transkript

YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Außerdem gehört YouTube zu Google. Und Google liebt nichts mehr als eigene Produkte. Glaubt man einer Studie von Moz-Gründer Rand Fishkin, dann ist YouTube in punkto Suche etwa doppelt so populär wie Bing – und wächst immer weiter.

Wenn du also mehr Traffic generieren willst, muss YouTube (bzw. Video-Marketing) ein unverzichtbarer Aspekt deiner SEO-Strategie sein. Über YouTube Videos holst du dir Besucher auf deine Website. Diese werden zu Leads. Aus den Leads werden Kunden. Und Kunden generieren Umsatz. Dies passt auch gut zum Motto von MONOBUNT 🙂

Optimierung für Sprachsuche

Dies ist kein neuer Faktor. Im Gegenteil, dieser wurde zum ersten Mal in unserem SEO Ausblick für 2018 (und dann für 2019) erwähnt. Egal ob Alexa, Google Assistant, Cortana, Bixby oder Siri – durch das Internet of Things (IoT) kommt fast kein modernes Haushaltsgerät mehr ohne Integration eines Voice Assistants aus.

Basierend auf einer bei SearchEngineLand veröffentlichten Studie entstehen mittlerweile 20% aller mobilen Suchanfragen (also eine von fünf) über die Sprachsuche. Was musst du jetzt also machen, damit deine Inhalte für die Sprachsuche interessant werden?

Deine Seite sollte für einen Begriff optimalerweise unter den Top3-Ergebnissen bei Google liegen.

Wie du an der nachfolgenden Grafik siehst, entstammen knapp 75% aller Sprach-Suchergebnisse den ersten drei Suchergebnissen bei Google. Wenn du für einen Begriff (oder ein Thema) nicht unter den Top-10 Ergebnissen liegst, musst du eigentlich gar nicht mit der Optimierung für die Sprachsuche beginnen.

Sprachsuche

(c) backlinko.com 

Fragen und Antworten in deinen Texten

Ich will wissen, wann Albert Einstein geboren wurde (Spoiler: 1879). Im Gegensatz zur normalen Google-Suche, wo ich vermutlich „Einstein Geburtsjahr“ eintippen würde, stellt man einem Sprachassistenten meistens eine konkrete Frage, wie in diesem Fall „Wann wurde Albert Einstein geboren?„. Daher ist es nur logisch, dass Google hier primär Inhalte für die Antwort verwendet, welche eine konkrete Frage und eine konkrete Antwort liefern.

Featured Snippets bieten einen großen Vorteil

Vier von zehn Ergebnisse aus der Sprachsuche entstammen dem Inhalt eines Featured Snippets Wenn du also mit einem Keyword (oder einer Phrase) die sagenumwobene „Position 0“ bei den Google-Ergebnissen belegst, hast du theoretisch eine 40%ige Chance, dass genau dein Content als Antwort für die betreffende Sprachsuche verwendet wird.

Optimierung für Featured Snippets

Laut einer Studie von SEMrush haben mittlerweile mehr als 11% aller Suchergebnisse ein Featured Snippet bei Google. Seit Google die Featured Snippets eingeführt hat, gehen viele organische Klicks auf die #1 Position bei Google verloren. Deswegen spricht Brian Dean in seinem Artikel auch davon, dass „#0 das neue #1 ist„. Deswegen solltest du auch darauf abzielen, dass dein Content für ein Featured Snippet verwendet wird. Für die zu diesem Artikel passende Frage „Was ist SEO?“ hat derzeit evergreenmedia.at den Kampf um das Featured Snippet gewonnen.

Featured Snippet

 

Dieser angesprochene Kampf um Position #0 ist extrem hat. Hier drei Tipps aus dem Artikel von Backlinko:

  1. Finde realistische Gelegenheiten für ein Featured Snippet. Hier wiederum der gleiche Tipp wie weiter oben. Fokussiere deine Anstrengungen auf ein Thema und mache dich zum Experten.
  2. Füge deiner Seite so genanntes „Snippet Futter“ hinzu. Dabei handelt es sich um einen Textcontent-Block mit einer Maximal-Länge von 40-60 Wörtern, welcher aus folgenden Elementen besteht: Überschrift – Frage – Beantwortung.
  3. Formatiere deinen Content auch für andere Snippet-Typen: es gibt nicht nur die klassischen Antworten auf Fragen. Knapp 20% aller Snippets sind Listen und Tabellen. Wenn du also interessanten Content als Liste oder Tabelle formatiert hast, dann hast du auch hier die Chance auf #0.

Den Nutzer verstehen (Search Intent)

Wer schon irgendwann mal im Bereich SEO oder SEA gearbeitet hat (oder sich damit befasst hat), weiß dass es grundsätzlich drei verschiedene Arten von Suchintention gibt:

  • Information (= ich will eine Info/Lösung)
  • Navigation (= ich will irgendwo hinkommen)
  • Transaktion (= ich will etwas haben)

Früher war die Intention des Nutzers nicht immer völlig klar für Google. Hier ein klassisches Beispiel, welches den meisten von euch bekannt sein wird:

Tokio Hotel

Wer im Jahr 2019 den konkreten Suchstring „Tokio Hotel“ eingibt, wird sich meistens für die Band interessieren und für keine Hotels in der japanischen Hauptstadt. Bei der Eingabe von „Hotels in Tokio“ schaut dies schon anders aus:

Hotels in Tokio

Hier wäre es – sowohl aus Nutzersicht als auch aus Sicht von Google – komisch, wenn man Suchergebnisse rund um die Durch-den-Monsun-Band angezeigt bekommen würde.

Ein praktisches Beispiel dazu: wenn du einen Webshop hast, ist die Befriedigung informationaler Bedürfnisse deiner potentiellen Kunden sicher nicht falsch. Allerdings ist der transaktionale Charakter deiner Produktbeschreibung um einiges wichtiger. Überlege dir also beim Verfassen deines Contents genau, welches Intentions-Befürfnis du befriedigen willst.

Gib dem Nutzer genau was er sucht

Hast du erst mal die Art der Such-Intention hinterfragt, dann geht es im nächsten Schritt darum, dass du ein Suchbedürfnis 1:1 befriedigen kannst. Gib dazu eine Frage bei Google ein und wirf einen Blick auf die Top-Rankings unter den Ergebnissen. Arbeiten die Autoren mit Texten? Mit Listen? Mit Tabellen? Überlege dir anschließend, wie du diese Ergebnisse noch weiter verbessern kannst. Einige Anreize (wie etwa Videos, Bilder etc.) wurden weiter oben in diesem Artikel bereits genannt.

Optimiere alten Content für Suchintention

Content Recycling ist ebenfalls ein gutes Stichwort. Du hast älteren Content, der dir irgendwann mal viele Zugriffe gebracht hat? Anstatt hier einen neuen Artikel zu diesem Thema zu schreiben, kannst du auch einen älteren Artikel updaten und somit auf den neuesten Stand bringen. Dies sollte deine organischen Zugriffe im Normalfall binnen kurzer Zeit erheblich steigern. Beispiel gefällig? Ich habe in etwa beim roten Pfeil begonnen, ältere Artikel aus dem MONOBUNT-Blog zu überarbeiten.

CTR Organische Suche

Das Resultat? Beinahe täglich steigende organische Klicks (Quelle = Google Search Console). Die Auswirkungen auf die Kernzahlen in Google Analytics sind nahezu famos (ich vergleiche hier den Zeitraum seit der Optimierung mit dem gleichen Zeitraum davor):

Zugriffe Analytics

Wie du siehst, konnten alle Zahlen gesteigert werden, wobei vor allem die (massive) Steigerung der Sitzungsdauer sowie die Senkung der Absprungrate erheblich wichtig für die SEO-Performance sind. Auch für die Entwicklung der Sichtbarkeit hatten diese Optimierungen spürbare Auswirkungen.

Sichtbarkeit monobunt.at

Nicht nur die generelle Sichtbarkeit der Website (+24%) sondern auch die Top10-Rankings (+21%) und die Rankings/Keywords im Allgemeinen konnte ich damit erheblich steigern (Quelle = XOVI).

Der Kampf gegen fallende CTRs

Gemäß Moz-Gründer Rand Fishkin ist die organische CTR (click through rate) auf mobilen Geräten (Smartphones, Tablets) zwischen 2015 und 2018 um mehr als 40% gesunken. Die Erklärung dafür ist relativ einfach: Featured Snippets, Anzeigen, Carousels usw. verhindern immer öfters, dass man nach einer Suche noch auf eine Seite navigiert.

Daher ist der Kuchen deutlich kleiner als noch vor wenigen Jahren und der Kampf um die Top-Platzierungen auf den SERPs (Search Engine Result Pages) ist härter denn je. Hier gibt es einige Anhaltspunkte mit denen du zumindest eine Chance hast:

  • Inkludiere Keywords in deiner URL (URLs mit Keywords erhalten >45% mehr Klicks)
  • Füge deinem Titel eine emotionale Komponente hinzu. Ein negativer oder positiver Aspekt ist immer besser als langweilige Neutralität. Ein hausinternes Beispiel dafür: nachdem ich den Titel des Artikels „Das solltest du über WordPress Gutenberg wissen“ in „Warum ist WordPress Gutenberg so unbeliebt?“ geändert habe, sind die organischen Klicks deutlich nach oben gegangen.
  • Schreibe eigene Meta Beschreibungen für jede Seite. Damit verbessert sich die CTR im Schnitt um 6%.

Hier auch noch einige Fakten zur organischen CTR in 2019 (auch von Backlinko):

Organische CTR

Backlinks sind noch immer der Schlüssel

RankBrain (der Google-Algorithmus), Content und Backlinks. Google hat diese drei Faktoren in einem seltenen Anflug von Offenheit im Jahre 2016 als Key Success Factors hinsichtlich SEO genannt. Dies hat sich bis heute nicht geändert.

Eine Studie von Perficient Digital besagt, dass Links im Grunde die gleiche Wichtigkeit besitzen wie vor drei Jahren.

Links als Ranking Faktor

(c) Perficient Digital

Ohne herausragenden Content wirst du kaum Backlinks bekommen. Und ohne Backlinks wirst du kaum auf die 1. Seite der SERPs kommen. Und wenn du nicht auf der 1. Seite aufscheinst, dann bist du für die visuelle Suche, die Sprachsuche, die Suchintention und die CTR gänzlich uninteressant.

Qualitativ hochwertiger Content und Backlinks sind zusammenfassend also noch immer der Grundstein für jede SEO-Strategie. Alle hier beschriebenen Trends und neuartigen Faktoren beruhen auf diesem Fundament. Erst wenn du die Basis geschaffen hast, kannst du dich um diese Trends kümmern.

Zusammenfassung SEO in 2020

Am Ende seines Artikels gibt Brian Dean noch einige allgemeine Tipps für quick wins, auf welche ich in Stichworten eingehe:

  • Research Content publizieren („Wir haben 57 Experten für XYZ um ihre Meinung gebeten“)
  • Visuell ansprechenden Content erstellen und einbinden (Infografiken, Concept Visuals)
  • Kommentare erhalten (eine Diskussion unter deinem Artikel ist x-mal wertvoller als auf deiner Facebook-Seite)
  • Backlinks aus Podcasts generieren (die Popularität von Podcasts ist noch immer stark steigend)
  • Zombie-Seiten zusammenlegen oder entfernen (trenne dich von Seiten die keinen Nutzen für den User haben bzw. kombiniere den Inhalt mit anderen Seiten)

Was denkst du über diese SEO Trends und Faktoren für 2020? Gibt es ein Themengebiet, an dem du besonders interessiert bist? Oder eines, an dem du sogar schon arbeitest? Lass es mich in den Kommentaren wissen (Anm. meine Intention dafür findest du wenige Sätze weiter oben 🙂).

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.