Internen Traffic mit Google Tag Manager aus Google Analytics ausschließen

tl;dr: Ich zeige dir, wie du mit nur wenigen Schritten durch die Verwendung von Google Tag Manager deine internen Zugriffe auf deiner WordPress/WooCommerce-Seite von Google Analytics ausschließen kannst.

Lesezeit: ca. 10 Minuten
Letztes Update: April 2020

Fast alle von euch verwenden vermutlich Google Analytics auf eurer Website oder in eurem Webshop. GA ist grundsätzlich ein wunderbares Tool, welches perfekt mit Google Data Studio und Google Tag Manager zusammen funktioniert. Die Besucherzahlen sind jedoch stets mit Vorsicht zu genießen.

Nutzer können sich beispielsweise vom GA-Tracking abmelden, einen Browser-basierten Blocker wie Ghostify verwenden oder die Verwendung von GA im Cookie-Banner abwählen. Diese Gegebenheiten kann man als Betreiber einer Website nur sehr bedingt beeinflussen und die Zugriffe dieser Personen werden in GA auch nicht angeführt. 

DSGVO macht IP-Filter unwirksam

Was man allerdings selber beeinflussen sollte, ist der aktive Ausschluss von eigenen Mitarbeitern und Angestellten aus den Zugriffszahlen in Google Analytics. Dies war früher ganz einfach. Man musste nur in der Verwaltung von GA einen IP-Filter anlegen und die statische IP des Unternehmens vom Tracking ausschließen. Natürlich nie in der Datenansicht „Alle Websitedaten“, sondern in einer anderen Datenansicht die man beispielsweise „Masteransicht“ nennt. 

google anayltics filter

Diese Vorgehensweise ist jedoch spätestens seit dem 25. Mai 2018 nicht mehr möglich. Schuld daran ist – wie könnte es auch anders sein – die DSGVO. Seit nunmehr knapp zwei Jahren wird die IP eines Nutzers nämlich als personenbezogene Daten eingestuft. Damit ist sie etwa dem Namen, einer E-Mailadresse oder einer Telefonnummer gleich gestellt. Daher solltest du wirklich immer überprüfen (lassen), ob bei dir in der Website verbauten GA-Property die so genannte IP Anonymisierung aktiviert wurde.

IP Anonymisierung in Google Tag Manager

Falls die Zugriffsdaten deiner Website noch nicht IP-anonymisiert nach GA übertragen werden (die Abkürzung dafür ist auch als „aip=1“ bekannt), kannst du dies mit folgender Einstellung im Google Tag Manager erledigen. Dazu die bestehende GA-Settings-Variable editieren und dann bei den „Zu setzenden Feldern“ zunächst „anonymizeIp“ und als Wert „true“ eintragen.

GA settings gtm

Sobald die IP-Anonymisierung aktiviert ist, wird die letzte Stelle einer so genannten IPv4 Adresse vor der Übertragung nach GA herausgefiltert. Damit wird die volle IP auch gar nie in die GA Datenbank übermittelt. Dies macht deine GA-Einstellungen DSGVO-konform. Bildlich dargestellt würde dies in etwa so aussehen:

ip anonymisierung

Wenn du nun glaubst, dass drei Stellen (der so genannte Netzwerkanteil) noch immer ausreichend für eine Zuordnung sein könnten, dann kann ich dich beruigen. Wenn du nicht gerade bei Google, Microsoft, Apple oder einem anderen Internetgiganten arbeitest, dann hast du mit 99.9%iger Wahrscheinlichkeit keinen eigenen Hostanteil (also die vierte Stelle der IP-Adresse) für dich alleine. Somit kannst du mit dieser IP in etwa so viel anfangen wie mit eine Mailadresse namens [email protected] 

Internen Traffic über GTM herausfiltern

Wie kann man dieses Dilemma so einfach wie möglich lösen? Wie in vielen Fällen erledigen wir das mit einer Kombination aus dem Google Tag Manager for WordPress Plugin (GTM4WP) von DuracellTomi und dem Google Tag Manager. Dazu gehst du im GTM4WP-Plugin nach der Installation und dem Eintragen deiner GTM-Container-ID im ersten Schritt auf Basic Data > Visitors. Dort hakst du dann die Option „Logged in user role“ an. 

gtm4wp visitor user role

Dieses Anhaken sorgt dafür, dass bei jedem Website-Besucher die WordPress-interne Benutzerrolle über den so genannten dataLayer mitgeschickt wird. Dies kannst du austesten, indem du im Google Tag Manager auf den Preview-Modus schaltest und dann deine Website neu lädst. Wenn du (wie ich auf dem nachfolgenden Screenshot) als Admin eingeloggt bist, dann hast du unter „visitorType“ einen Wert wie beispielsweise „administrator“. 

visitorType GTM

Um diesen Wert allerdings aus dem dataLayer herauszubekommen und nach GTM bzw. GA übertragen zu können, musst du noch zwei Dinge erledigen. 

Anlegen einer DLV und Änderung des GA-PageView-Triggers 

Zunächst gehst du im GTM zu den Variablen und erstellst eine neue Variable vom Typ „Data Layer Variable“. Beim Namen der Variable ist es wichtig, dass du diese exakt wie am oberen Screenshot ersichtlich benennst, also visitorType. Würdest du die Variable beispielsweise visitortype, Visitortype oder VisitorType benennen, dann funktioniert das Scrapen der Variable aus dem dataLayer nicht – Groß- bzw. Kleinschreibung ist hier fundamental.

data layer variable

Ich benenne eine Data Layer Variable immer mit dem Kürzel „dlv“ und anschließend dem Wert, also in diesem Fall „visitorType“. Du kannst dies natürlich auch gemäß deiner eigenen Vorgehensweise erledigen. Nach dem dem Scrapen der DLV aus dem dataLayer hast du jetzt noch den letzten Schritt vor dir.

Denn du willst infolgedessen, dass alle WP-Nutzer mit dem Status „administrator“ nicht von Google Analytics getrackt werden. Deswegen musst du im finalen Schritt noch deinen Trigger editieren, welchen du deinem Google Analytics PageView Tag zugeordnet hast. 

google analytics pageview

Wenn du als Standardtrigger „Alle Seiten“ eingestellt hast, dann ändere die Einstellung auf „Einige Seiten“. Zunächst wählst du die zuvor angelegte DLV aus, anschließend „ist nicht gleich“ als Bedingung und letztendlich schreibst du den gewünschten Userstatus (wie in unserem Fall „administrator“ – auch hier ist die richtige Groß- bzw. Kleinschreibung wichtig) in die dritte Spalte.

Testen des Setups im GTM-Preview-Modus

Anschließend kannst du den veränderten Trigger abspeichern und die Funktionsweise testen. Dazu einfach den Preview-Modus refreshen, die Website öffnen und schauen, ob dein PageView-Tag abgefeuert wurde. In unserem Beispiel ist dies nicht der Fall. 

gtm preview test

Nun kannst bzw. sollst du noch überprüfen, wieso dies der Fall ist. Dies kannst du herausfinden, indem du auf das Tag klickst und anschließend nach unten scrollst. Wenn bei „Firing Triggers“ein rotes [x] angeführt ist, dann hast du alles richtig gemacht. Das GA-PageView-Tag wird nicht abgefeuert, weil dein Status „administrator“ ist. 

ga trigger test

Wenn du dich jetzt aus deiner Website ausloggst und den GTM-Preview-Modus sowie deine Website neu lädst, kannst du den Gegenbeweis testen. Nun sollte anstatt des roten [x] ein grüner Haken angezeigt werden und das Tag dementsprechend abgefeuert werden – dein PageView wird damit nach GA übertragen.

Zusammenfassung und Ausblick

Das Herausfiltern von internen Benutzern aus Google Analytics mithilfe des Tag Managers ist eine schnelle und einfache Methode, um dein Datenmaterial zu verfeinern. Diese Methode erfordert keine wirklich vertiefenden technischen Kenntnisse. Jedoch wird es deine Anforderungen leider auch nicht vollständig lösen. Wenn du beispielsweise irgendwann einmal nicht in der Website eingeloggt bist, oder einen anderen Browser verwendest oder von daheim aus auf die Seite surfst, dann wird das PageView-Tag stets ausgelöst werden. 

Dies ist für Mitarbeiter bzw. unternehmensinterne Personen, welche die Website nur unregelmäßig besuchen, auch kein riesengroßes Problem. Für alle Personen, die allerdings täglich (mehrmals) auf der Website unterwegs sind und Inhalte pflegen, werden aufgrund ihres Login-Status nunmehr nicht mehr getrackt. Das Zahlenmaterial in Analytics hat nun deutlich mehr Aussagekraft, vor allem wenn du eher wenig(er) Traffic auf der Seite hast. 

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