In unserem letzten Blogeintrag haben wir die Vorteile von WooCommerce eingehend beschrieben. Sobald man seine Produkte in einem Shop-CMS verkauft, sollte man auch die Zahlen regelmäßig analysieren, um etwa Probleme im Checkoutprozess herauszufinden oder die Quellen seiner Einkäufe (z.B. Google Ads, organische Suche, Referrals, Newsletter,…) zuordnen zu können. Dazu muss man das erweiterte E-Commerce Tracking in Google Analytics aktivieren. Doch leider ist dies nicht ganz so einfach. Wir zeigen euch zu diesem Zweck eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie man das E-Commerce-Tracking mithilfe von WooCommerce, Google Analytics und dem Google Tag Manager einrichtet. 

E-Commerce Einstellungen in Analytics

Im ersten Schritt loggt man sich bei Google Analytics ein und wechselt bei der Datenansicht zum Menüpunkt E-Commerce-Einstellungen. Dort aktiviert man E-Commerce und die erweiterten E-Commerce-Einstellungen. Man kann bzw. soll auch sinnvolle Trichterschritte definieren, welche bei der späteren Auswertung der Daten recht nützlich sein können. Am nachfolgenden Screenshot sieht man Warenkorb (jemand wechselt in den Warenkorb), Kasse (jemand startet den Bezahlvorgang) und Checkout (Bezahlung abgeschlossen). Diese Schritte kann man natürlich beliebig und nach eigenen Wünschen definieren. 

Google Tag Manager Setup in WooCommerce

Anschließend loggt man sich im Backend seiner WordPress/WooCommerce-Seite ein. Die nachfolgenden Schritte basieren auf der Verwendung des Google Tag Manager Plugins von DuracellTomi. Wenn man den GTM in Zusammenhang mit WP nutzt, dann ist dieses Plugin unsere zwingende Empfehlung. Sobald das Plugin aktiviert und die GTM-ID eingetragen ist (In den meisten Fällen könnt ihr die Option „codeless injection“ verwenden), kann man unter Einstellungen > Integration > WooCommerce die folgenden Checkboxen aktivieren:

  • „Track classic e-commerce“
  • „Track enhanced e-commerce“
  • „Cart as 1st checkout step“ – dies sollte nur aktiviert werden, wenn der User nicht direkt auf den Checkout geleitet wird, wenn er etwas in den Warenkorb legt
  • „Customer data in data layer“ – ab WooCommerce 3.0. werden damit sämtliche Nutzerdaten über die Datenschicht übermittelt
  • „Use SKU instead of ID“ – wenn ihr in eurem Shop SKUs verwendet, dann werden diese IDs für E-Commerce Tracking verwendet 

Monitoring der Datenschicht

Im nächsten Schritt muss man dafür sorgen, dass die eCommerce-Daten in die Datenschicht („dataLayer“) übertragen werden. Dafür gibt es eine praktische Extention für den Chrome Browser namens Analytics Pros dataLayer Inspector+, mit dessen Hilfe man die Datenschicht in der Entwicklerkonsole in Echtzeit monitoren kann. Dazu einfach herunterladen, aktivieren, auf eine Produktseite seines WooCommerce-Shops gehen und dort die Console per Rechtsklick und „Untersuchen“ öffnen.

Nun sollte (Update November 2018) die Zeile Google – dataLayer.push(): Object – Expand for details  aufscheinen.  Diese Zeile besagt, dass die eCommerce-Daten mithilfe des GTM-Plugins aus WooCommerce herausgezogen werden und somit – ganz nach unserem Wunsch – weiterverwendet werden können. 

Setup im Google Tag Manager

Nach dieser Überprüfung wenden wir uns wieder unserem Lieblingstool zu – dem Google Tag Manager (GTM). Dort geht man zu den Variablen und erstellt eine neue Variable. Der Typ der Variable ist Universal Analytics. Bei der Tracking ID setzt man seine Standard-GA-ID ein, die Cookie-Domain ist standardmäßig auf „auto“ gesetzt. Bei den weiteren Einstellungen legt man zunächst (wie hoffentlich gewohnt) bei „Festzulegende Felder“ das anonymizeIp an, um die EU-Datenschutzbestimmungen zu erfüllen (durch die Anonymisierung der IP wird die letzte Stelle der IP-Adresse maskiert). Anschließend aktiviert man bei E-Commerce die erweiterten E-Commerce-Funktionen und verwendet – sehr wichtig – die Datenschicht. 

Nach der Variable legt man nun einen Trigger an. Als Typ wählt man „Sonstiges – Benutzerdefiniertes Ereignis“. Beim Namen gibt (Update November 2018) man folgende Zeile ein: gtm4wp.addProductToCartEEC|gtm4wp.productClickEEC|gtm4wp.removeFromCartEEC|gtm4wp.checkoutOptionECC|gtm4wp.changeDetailViewEEC. Außerdem daneben die „Übereinstimmung mit dem regulären Ausdruck“ aktivieren. Ausgelöst werden soll dieser Trigger bei allen benutzerdefinierten Ereignissen. 

Im letzten Schritt unseres Setups wenden wir uns nun dem Tag zu. Dazu ein neues Tag erstellen, als Tag-Typ „Universal Analytics“ wählen und die Einstellungen der Variable laden, die man vorher erstellt hat. Als Tracking-Typ „Ereignis“ eintragen, als Kategorie „Ecommerce“ und als Aktion {{Event}}. Als Trigger wählt man jenen Trigger, den man im Schritt zuvor erstellt hat. Anschließend alles abspeichern und den GTM-Container durch Klick auf „Senden“ im rechten oberen Eck releasen. 

E-Commerce Tracking in Google Analytics

E voila. Nun, da man alle notwendigen Einrichtungs-Schritte durchgeführt hat, sieht man seine E-Commerce Tracking Daten binnen weniger Minuten in seiner Google Analytics Oberfläche. Um den Gesamtprozess zu überprüfen sollte man auch direkt ein Produkt in seinem Shop kaufen und einige Zeit später einen Blick auf die Daten in GA werfen. Wo findet man eigentlich diese eCommerce-Reports? Dazu wechselt man in GA zu Conversions > E-Commerce > Übersicht. Wenn man zum Unterpunkt Kaufverhalten wechselt, sieht man wie viele Prozent der Gesamtnutzer etwas in den Einkaufswagen legen oder einen Einkauf tätigen. Man kann das Segment wie in unserem Fall auch nur auf organische Zugriffe beschränken, um nachvollziehen zu können wie viele Käufe über die Google-Suche entstanden sind. 

Wechselt man auf den Menüpunkt „Bezahlvorgang“, so sieht man seine Trichterschritte welche man ganz am Anfang bei der Aktivierung vom erweiterten E-Commerce Tracking in Google Analytics definiert hat. Anschließend kann man noch eine Trichtervisualisierung seiner Conversions erstellen, doch dies würde hier den Rahmen des How-To’s sprengen.

Wir sind trotzdem glücklich, denn ab jetzt haben wir in unserem Google Analytics Account alle Verkäufe unseres WooCommerce-Shops angezeigt. Wir sehen die Gesamtbestellsummen, können danach filtern wie sich diese auf verschiedene Segmente (Direktzugriffe, Verweiszugriffe, Organische Zugriffe, Bezahlte Zugriffe) verteilen, sehen beim Kaufverhalten wie viele Prozent der Shopbesucher eine Einkaufsaktivität vorweisen, einen Artikel in den Warenkorb legen, den Einkaufswagen verlassen und den Kaufvorgang nicht abschließen und haben somit vielfältige Entscheidungshilfen für (weitere) Optimierungsarbeiten im eigenen Shop.  

3 Kommentare
  1. Lisa
    Lisa sagte:

    Hallo, leider erscheint bei mir nicht die Zeile dataLayer.push – ecommerce data, obwohl Schritt 1 und 2 befolgt wurden. Woran könnte dies liegen? Die Verkaufe laufen auch nicht in UA ein. Tausend Dank, Lisa

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.